Leichten Sprache – Nachschau zum Vortrag

Barrierefreiheit geht uns Alle an! Ständig sind Hindernisse zu überwinden und das nicht nur für Menschen mit Einschränkungen. Auch Kinder, ältere Menschen oder Menschen die eine andere Muttersprache als Deutsch haben, verstehen Texte oft nur schwer. „Amtsdeutsch“ ist selbst für viele deutsche Bürgerinnen und Bürger ein rotes Tuch. Die Einführung einer einfacheren verständlicheren Sprache ist notwendig geworden.

Frau Carola Nagel (Übersetzerin) und Frau Hütter-Songailo (Prüferin) von der CAB Augsburg erklärten der Grünen Tee-Runde am Samstag, den 11.04.2024 im Café Koch den Unterschied zwischen Leichter Sprache und Einfacher Sprache.

Leichte Sprache unterliegt festen Regeln, wie „Fremdwörter vermeiden oder erklären“ oder „nur eine Aussage pro Satz machen. Zudem gibt es Layout-Vorgaben, z.B. für eine größere Schrift und größeren Zeilenabstand, und es gibt Bilder und Erklärungen, die den Text ergänzen. Leichte Sprache hat als Hauptzielgruppe Menschen mit Lernschwierigkeiten. Ein wichtiger Bestandteil der Leichten Sprache ist auch die Überprüfung durch Menschen mit Lernschwierigkeiten, Prüferinnen und Prüfer für Leichte Sprache genannt. Dadurch wird die geforderte Qualität bestätigt und inklusiv gearbeitet.

Einfache Sprache hingegen ist etwas freier und greift nicht ganz so stark in den Text ein. Texte in Einfacher Sprache sind auch einfacher gehalten als der Ursprungstext, aber nicht ganz so leicht verständlich wie Texte in Leichter Sprache. Die meisten Layout-Vorgaben sowie die zusätzlichen Erklärungen etc. fallen bei der Einfachen Sprache weg und es findet auch keine Verständlichkeitsüberprüfung statt. Einfache Sprache wird oft von Menschen mit geringen Deutschkenntnissen genutzt.

Wer eine schnelle Übersetzung braucht, wie z. B. für Informationen, Elternbriefe und Anschreiben verwendet im Alltag oft die Einfache Sprache. Entweder selbstgemacht als Auftragsarbeit. Für immer wiederkehrende wichtige Informationen (z. B. Gebrauchsanweisungen, Hausordnungen, Verhaltensregeln etc.) wird die geprüfte Leichte Sprache empfohlen. Da hier noch genauer, zum Teil bebildert und mit Erklärungen, übersetzt wird.

Ein wichtiges Entscheidungskriterium ist: Von wem soll der Text genutzt werden? Brauchen diese Personen Leichte Sprache oder genügt Einfache Sprache? Auf jeden Fall sind beide Varianten gute Werkzeuge für eine einfachere Kommunikation.

In der Runde fielen den Beteiligten viele Orte und Situationen ein, wo eine leicht verständliche Sprache von Vorteil wäre. In Ämtern, Schulen, Kindergärten, sozialen Einrichtungen und Banken wäre es gut für Antragsteller, Eltern, Patienten und Kunden. Denn einen Text oder Fragen zu verstehen, bedeutet auch Teilhabe an unserer Demokratie. Am Ende verwies Frau Nagel noch auf das Beratungsangebot über Bayern Barrierefrei unter www.beratungsstelle-barrierefreiheit.de, dass jeder kostenfrei nutzen könne.

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